Sozialpsychiatrisches Zentrum Mainkofen

Leistungsangebot und Kurzkonzept

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Das Übergangswohnen des Sozialpsychiatrischen Zentrums Mainkofen ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe und konzipiert für erwachsene Menschen mit einer psychischen Erkrankung bzw. für erwachsene Menschen mit einer psychischen Erkrankung und einer zusätzlichen Suchterkrankung im Sinne einer Doppeldiagnose und/oder zusätzlicher Intelligenzminderung.

Die Aufenthaltsdauer beträgt 18 – 24 Monate.

Der primäre Einzugsbereich beschränkt sich auf den Regierungsbezirk Niederbayern. 
Die Eingliederungshilfe ist eine besondere Form der Sozialhilfe für Menschen mit Behinderung, die dadurch zu einem weitgehend selbständigen Leben befähigt werden sollen. Finanziert wird die Eingliederungshilfe im Rahmen des SGB IX/SGB XII vom überörtlichen Sozialhilfeträger Bezirk Niederbayern.

Die Einrichtung befindet sich in einem Gebäude mit dem Fachpflegeheim Mainkofen auf dem Gelände des Bezirksklinikums Mainkofen.

Der offene Wohnbereich bietet insgesamt Platz für zehn Klienten in Einzelzimmern. Alle Wohn- und Schlafräume sind barrierefrei zugänglich und mit Dusche, Waschplatz und WC ausgestattet.

Der geschlossene Wohnbereich bietet insgesamt neun Einzelzimmer. Alle Zimmer sind ebenso barrierefrei zugänglich und mit Dusche, Waschplatz und WC ausgestattet. Angemessene Bewegungs- und Rückzugsmöglichkeiten, sowie ein separater Garten tragen zum Wohlbefinden und zum Aggressionsabbau bei.  Neben den Funktionsräumen ist jeder Wohnbereich mit folgenden Räumen ausgestattet: Mehrzweckraum, Aufenthaltsraum, Küche, Speiseraum, Raucherraum, Therapieraum.

Zielgruppen

Übergangswohnen, offen
Das Angebot richtet sich an erwachsene Menschen mit einer psychischen Erkrankung bzw. an erwachsene Menschen mit einer psychischen Erkrankung und einer zusätzlichen Suchterkrankung im Sinne einer Doppeldiagnose und/oder zusätzlicher Intelligenzminderung.

Merkmale dieser Personengruppe sind unter anderem:

  • Vorliegen einer seelischen Behinderung im Sinne des SGB XII
  • mehrmalige gescheiterte Versuche ambulanter und/oder stationärer Betreuung

  • vorangegangene Entgiftung bei Menschen mit einer Suchterkrankung

  • keine akute Selbst – oder Fremdgefährdung

Übergangswohnen, geschlossen
Für erwachsene Menschen mit einer psychischen Erkrankung bzw. für erwachsene Menschen mit einer psychischen Erkrankung und einer zusätzlichen Suchterkrankung im Sinne einer Doppeldiagnose und/oder zusätzlicher Intelligenzminderung und die sich bislang nur in begrenzten Maßen therapeutisch zugänglich erwiesen haben.

Diese Personen befinden sich in einer sehr krisenhaften Lebenssituation, in der sie vorübergehend nur eingeschränkt in der Lage sind, eigene Grenzen zu setzen und notwendige Veränderungen zu erkennen oder umzusetzen.

Merkmale dieser Personengruppe sind unter anderem:

  • gültiger Unterbringungsbeschluss

  • autodestruktive Aspekte in der Person liegend

  • erhebliche soziale Schwierigkeiten

  • herausforderndes Verhalten, das einer Aufnahme in einer anderen sozial-            psychiatrischen Einrichtung im Wege steht.

  • häufig wiederkehrende Klinikaufenthalte in der Vergangenheit

  • eine langjährige zusätzliche Suchtmittelproblematik

Forensisches Probewohnen
In Einzelfällen und nach Rücksprache mit dem Kostenträger können in beide Wohngruppen Personen im Anschluss an einen Aufenthalt in der Forensik aufgenommen werden.

Zielsetzung
Ziel ist es, im Rahmen einer strukturierten und beschützten Umgebung gemeinsam mit den Klienten und ihren rechtlichen Betreuern realisierbare Lebensperspektiven zu entwickeln, die hierfür notwendigen Ressourcen zu fördern und die individuellen Unterstützungsmaßnahmen einzuleiten. Dabei wird stets die Vermittlung in weniger invasive Maßnahmen und Hilfearten, sowie die Ermöglichung von Rehabilitation und Teilhabe in der Herkunftsregion dieser Personen angestrebt.

Das SPZM verfolgt dabei grundsätzlich folgende Ziele:

  • Klärung des individuellen Hilfe- und Unterstützungsbedarfs

  • Suchtmittelfreiheit im Sinne des Anstrebens einer Abstinenz

  • Stärkung und Förderung der Motivation

  • Stärkung von lebenspraktischen Fähigkeiten

  • gesundheitliche Stabilisierung des Klienten

  • Einhaltung der Bewährungsauflagen

  • Reduzierung der Fremdbestimmung und Wiedererlangen einer weitgehend selbständigen Lebensführung

  • Klärung der aktuellen Lebenssituation und Hilfestellung bei der Entwicklung einer realisierbaren und tragfähigen Lebensperspektive

  • Stabilisierung und Weiterentwicklung im Rahmen individueller Hilfe- und Förderplanung inklusive der Anbahnung geeigneter Anschlusshilfen

  • Verhinderung von Hospitalisierung und „Drehtür-Biographien“


Maßnahmen, Leistungen und Methoden

Im SPZM können durch den Einsatz von ausgewählten Maßnahmen und Methoden folgende Kompetenzen vertieft bzw. wiedererlangt werden:

  • soziale Kompetenzen

  • kommunikative Fähigkeiten

  • sensomotorische Kompetenzen

  • psychomotorische Kompetenzen

  • Handlungskompetenzen

  • Fertigkeiten der Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft

Die Tagesstruktur im offenen Wohnbereich umfasst die Bereiche Wohnen, Beschäftigung und Freizeit. In allen drei Bereichen gilt das „Normalisierungsprinzip“ mit dem Ziel des Erhaltens oder der Verbesserung der selbst bestimmten Lebensführung.

Im geschlossenen Wohnbereich wird die Tagesstruktur als Lebensbereich betrachtet, der als Entwicklungsraum Möglichkeiten für verschiedene Veränderungsprozesse bereithält. Sie bietet dem Klienten die Möglichkeit, kontinuierliche Beziehungen zu Mitbewohnern und zum multiprofessionellen Team aufzubauen und über verschiedene Begegnungen, Einzel- und Gruppenerfahrungen soziale Kompetenzen zu erlernen. Im beschützenden Wohnbereich liegt das Hauptaugenmerk auf einer sinnvollen tagesstrukturellen Gestaltung in der sich Phasen der Aktivität mit Phasen der Ruhe und Entspannung abwechseln.

Die fachärztliche Versorgung der Klienten erfolgt über die Institutsambulanz des Bezirksklinikums Mainkofen. Im Bedarfsfall und außerhalb der Sprechzeiten kann der psychiatrische Bereitschaftsdienst des Bezirksklinikums Mainkofen gerufen werden.

Da die Begleitung des Klienten zeitlich befristet ist, sind rechtzeitig Perspektiven bzw. Betreuungsangebote gemeinsam zu erarbeiten. Neben einer ausgeprägten fachlichen und dialogischen Kompetenz ist eine hohe ethische Grundeinstellung aller Mitarbeiter wichtig. Diese wertschätzende Grundhaltung dauerhaft aufrecht zu halten und zu fördern ist die oberste Devise des täglichen Miteinanders.